Open-Forum Open-Space Rundgespräche



anläßlich der Tagung: Qualitätskriterien für Bürgerbeteiligungsverfahren am Beispiel von Planungszellen/Bürgergutachten

Eine Kooperationsveranstaltung des Netzwerks Planungszellen-Protagonisten und Procedere – Verbund für prozedurale Praxis in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie des Arbeitskreises Bürgergesellschaft und Aktivierender Staat der Friedrich-Ebert-Stiftung, vom 7. bis 9. November 2008



Programmpunkt Freitag: Programm, Methodenvorstellung und Einordnung

Rundgespräche im STORYTELLING CAFÉ



13.30 Uhr: Begrüßung: Einstieg, Vorstellung, Ablauf, Intention, Storytelling

15.30 Kaffee / Storymarktplatz

20:00 Abendessen in Kombination mit einem Rundgespräch im Storytelling Café

mit anschliessendem geselligen Ausklang

Heiner Benking, Moderation: Farah Lenser, Open-Forum


Vorstellung der Methode „Magic Round Table“1:

In diesem Rundgespräch steht Achtsamkeit und Ermutigung im Mittelpunkt: Zugeteilte und visualisierte Redezeit kann als Zuhörzeit verschenkt werden.

Das Format ist eine Kombination aus einer Vielzahl von Methoden und Verfahren für eine alternative Gesprächs- und Entscheidungskultur2 mit dem Ziel besser Zusammenhänge erkennen und Zusammenhalt3 entwickeln und fördern zu können. Lassen Sie sich überraschen und inspirieren !


Die Form des freien Dialogs kann sehr gut eine der effektivsten Möglichkeiten sein,

die Krisen zu untersuchen, denen sich die Gesellschaft gegenübersieht.

Mehr noch, es könnte sich herausstellen, dass diese Form des Austauschs von Ideen und Information von fundamentaler Bedeutung ist, um Kultur so zu verändern, dass Kreativität freigesetzt werden kann.

David Bohm4


Spielregeln beim Rundgespräch:

Bei der Vorgabe von einer Stunde Gesamtzeit und zum Beispiel sieben Gesprächsteilnehmenden werden jeweils sieben Minuten Redezeit, symbolisiert in Form von Steinen, Nudeln, Nüssen etc. an jede Person verteilt. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der jede Person kurz sich und ihr Anliegen skizziert, können diese Zeiteinheiten verschenkt und damit in Zuhörzeit umgewandelt werden. In der Regel beginnt die Person, welche die meisten Zeiteinheiten bekommen hat, mit der Eröffnung des Gesprächs, sie kann – muss aber nicht - solange reden, wie sie Zeit zur Verfügung hat. Eine Moderatorin achtet auf Einhaltung der Regeln und die Zeit und nimmt die Zeiteinheiten an sich, wenn diese verbraucht sind. Hat eine Person ihre Redezeit verbraucht, also keine Zeiteinheiten mehr vor sich liegen, können die anderen Teilnehmer - bei Interesse - ihre eigene Redezeit als Zuhörzeit verschenken, und so die Person ermutigen, ihr Thema weiter zu entwickeln. Auf diese Weise bleibt das Gespräch dynamisch und transparent - es gibt keine starren Redezeitbegrenzungen wie in üblichen Diskussionsgruppen, sondern das Zuhören wird als aktiver Bestandteil des Gesprächs und als besondere Qualität erkannt, da die Inhalte das Interesse der gesamten Gruppe zu dieser Zeit und an diesem Ort symbolisieren. Durchaus kann eine Person auch in diesem Spiel die gesamte Redezeit bekommen, wenn sie in dem Moment zum Medium oder Katalysator der gesamten Gruppe wird, und wenn die Teilnehmer dies wünschen.

Es handelt sich hierbei um einen Prozeß, in dem sich die Trennung zwischen den Gesprächspartnern, Vortragenden und Teilnehmern aufhebt, schafft doch erst der Zuhörende den Raum, in dem der Sprechende seine Ideen entwickelt. Eine von vielen Möglichkeiten, diesen Raum zu schaffen, ist die Umsetzung der Idee von Rundgesprächen, in denen sich das Gespräch durch die Vergabe oder besser das Verschenken von Rede- und Zuhörzeit, symbolisiert durch Zeiteinheiten, lebendig und transparent entwickeln kann. Durch die klare Begrenzung der Gesamtzeit und die Ermutigung von Beiträgen können gemeinsame Interessen gefördert, Teilnehmer zur Vertiefung angeregt und so neue Lösungen und Synergien entwickelt werden.

Diese Regeln und dieses Grundkonzept sind den jeweiligen Bedingungen und Erwartungen und an die jeweiligen Räumlichkeiten und Zeitvorgaben anzupassen. Ähnlich wie bei einer „Ice-Breaker“ Party sollen unbekannte Gesprächspartner mit einbezogen, sowie alte Themen neu entwickelt und überraschende Sichtweisen entdeckt werden. Dabei können Sie eine neue partizipative Gesprächsmethode kennenlernen und Einsatzmöglichkeiten, Grenzen, Ursprünge, Intentionen und Potenziale, auch im Vergleich und in der Kombination mit anderen Methoden erörtern.

Literaturauswahl und Internet Link-Listen:


weiteres und Listen mit Materialien:

http://www.farah-lenser.de/internet-links-dialog.htm

http://open-forum.de/rundgespraeche

http://open-forum.de/rundgespraeche/ IN: www.open-forum.de

http://open-forum.de/re-invent-democracy.html

http://benking.de/open-forum/OF_Background_paper_3.htm http://benking.de/education/bpb-links.htm


Zusammenfassung der Meinungen von Teilnehmenden nach einem Rundgespraechen bei Veranstaltungen

(1995-2008):

http://open-forum.de/past-events/ http://open-forum.de/events/roundtable-outcomes.htm

http://open-forum.de/events/AGORA-OUTCOMES-Chania-EcoTHEE-2008.htm



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Storytelling Rundgespräch

Methodendiskussion und Einordnung:

Vorläufige Eingangsfragen des Vortragenden:


Modell Stammtisch: „jetzt red i“ ? oder ein „erzähl mal“ Rundgespräch?

Freie oder selbstorganisierte Rundgespräche ?

Soll es eine Story-Slam sein, Stories als Lawine? Im 3 Minutentakt?

Ein Gespräch, interaktiv, lebendig, überrschend, intensiv? - mit wievielen Teilnehmern 2, 3, 5, 10, 20, 40, 100, 200, ... Die alte "Regel" für einen Stammtisch war 5 ±2 Plätze. Gibt es neue Regeln für Gruppengrößen in Zeiten der Modernen Medien und Globalisierung, Cyberculture und Telekonferenzen.

Wie lange darf das dauern? 30 Minuten, oder 60, 90, ... oder dies mehrfach hintereinander oder Konferenzbegleitend als Icebreaker- oder Halbzeit- Party oder Abschlussrunde?

Was sind die Erwartungen und Annahmen der Teilnehmer, Organisatoren, Auftraggeber, Zufalls- und Überraschungsgäste?

Wie sehen die Rahmenbedingungen aus? Größe und Zuschnitt der Räumlichkeiten, Ambiente, Umfeld, ...

Gibt es einen Story-Marktplatz !? Oder werden Stories eingeladen, von wem ??

Geht das auch bei virtuellen Konfenzen ? Ist das sinvoll ??

Was ist der Kontext und die Beziehung zu anderen Gesprächs- und Entscheidungsmethoden? FischBowl, Open-Space, WebScope (New Agora), Future Conferences, WorldCafe, ... UNTERFRAGEN:


Gibt es nur eine und dann auch noch "richtige" Antwort auf diese Fragen? Nein !

(ABER VIELLEICHT RAUM für neue Fragen und alte und neue Antworten nach dem STORY-Marktplatz und beim späteren Rundgespräche)

Wir schlagen eine Kombination von Methoden-Elementen für diesen ersten Veranstaltungsabend vor, selbst-organisiert moderiert mit einer ZeitkreditMethode mit Aufmerkssamkeits-, Ermutigungs- und Kennenlern-Funktion !

Die Magic Roundtable oder Rundgesprächmethode wird auch seit Jahren als Open Forum oder Open-Forum Open Space durchgeführt. Stellen Sie sich einen OPEN SPACE im Zeitraffer, ein WorldCafe mit vielen Talking Sticks, eine ganz andere Fishbowl, oder eine Indaba.

Dabei werden in einem Mini-Open-Space MarktPlatz im Vorfeld Stories ausgelobt und Teilnehme signalisieren in einer ersten Zeitkredit „Ausschüttungsrunde“ was „auf dem Tisch ist, „im Raum“ und „in der Luft“ liegt.

Stellen Sie sich unter den Rahmenbedingungen der PlanungzellenProtagonisten Konferenz in der FES nicht einen Open-Space im Zeitraffer vor, sondern ein Experiment mit einer Gesprächsrunde am Abend nach dem Essen. Kurz und als Einleitung für intensive, persönliche, freie, ungeplante, .... Gespräche wie bei jeder guten IceBreaker Party.



Notiz nach der Methodenvorstellung: (Heiner Benking)

Durch Programmzeit-Verschiebung und -Verkürzung um eine Stunde ! konnte / musste die geplante Vorstellung der Methode und die Einbeziehung von externen "Überraschungsgästen" ausfallen.

Das Gesprächsspiel wurde auf 30 Minuten reduzierte und so war es nur möglich, erste Eindrücke zu gewinnen, wie ein lebendiger Austausch und die Ermutigung bestimmte Themen oder Gedankengänge durch "schenken" eigener Zeit zu vertiefen, aussehen könnte.

Eine kurze Sammlungen von Reaktionen auf das Verfahren steht zur Verfügung: www.open-forum.de/events/voices-procedere-2008/voices.html

Bilder des Storytelling Rungespräche finden sich hier: www.open-forum.de/events/pictures-FES-2008/rundgespraech-Marktplatz_Agora-PDF.pdf

Die Beantwortung obiger Fragen fand in Gesprächen an den nächsten Tagen der Veranstaltung statt. Es sei besonders auf die Diskussion und Weiterentwicklung des Vefahrens "Runden-Tisch", Rundgespräche, und anderer Agora Methoden und Verfahren hingewiesen. Siehe auch die Dokumentation der Procedere Arbeitsgruppe Runder Tisch. www.open-forum.de/events/RunderTisch-Precedere-2008/

und einen Text zu Alternativen Konferenzbegleitenden "Settings": http://open-forum.de/ISGI_open-format.htm

Alternatives for Marrying Lectures, Sessions, and Tracks with an Open Format Dialogue Culture


Open-Forum Open-Space Rundgespräche




Storytelling Rundgespräch

Methodendiskussion und Einordnung: ( Kopie der ICSU-CODATA 2004, Berlin Papiers )

*


Alternatives for Marrying Lectures, Sessions, and Tracks

with an Open Format Dialog Culture

Proposing additional Time-Credit-Based Dialogues (Open-Forum Magic Round-Tables) for intensive conversations at scientific, social, cultural, educational,or political events or gatherings

 

Heiner Benking, Farah Lenser, Open Forum, PoBox 410 926, 12119 Berlin; Germany

heiner@benking.de   farah@open-forum.de

  

Abstract. Scientific vigor and social conversation depend on the way we include and question other perspectives and epistemologies: Where we are, what we see, and how we reason - and how we are talking and listening – deliberate and ponder. Let us call it a dialogue, deliberation and decision culture DDD-Culture.

It has much to do with how we organize our gatherings, meetings and conferences, physically and with modern virtual conferencing methods, and how we include new trends, include best-practice light-tower solutions - state of the art society, technology and industry perspectives, if we include, not exclude - new and old - “other” perspectives and minority views which might be “out of the box” or beyond our daily “grid”..

The paper bridges between conventional lecturing and conferencing, and alternative, self-organized participation methods. The idea is to invite practitioners and experts to present issues and see where dialogue and controversy might lead, open and ready for surprise, the unexpected und unplanned. The question is which formats fit best the needs, expectations, and assumptions of drivers, stakeholders, risk-takers and observers, given the restraints of time, space, location ambiente,… , to produce shared and productive, pragmatic results for various time-frames and states of mind - keeping in mind the terms, values, and situations people base their meanings on.

So, how can we engage all participants and include and combine various forms of contributions, keynotes, lectures, posters, discussions, and any other free-form and self-organized way, in order to add a little flavour and give fruits to possible surprises happening in groups – if we permit….



Keywords: Dialogue, participation, self-organization, flow, Magic Round Tables, Open Forum, Open Space, moderation, mediation, facilitation, Participant Messaging, Conference Gazettes (DaZiBao)

Please note : This text is more like and ad-hoc collage and some lines of though to prepare scientific or political meetings in different ways and formats – open and still providing ideal space for carefully prepared lectures and input. It was written on the fly for the ICSU-CODATA events in Berlin in 2005 - SEE IMPRESSIONS AND RESULTS -  and will need be reworked and shortened to become a guideline for organizing meetings, where an organization wants and needs to invite and present input to cover the topic from all imagined and sides beforehand. Marrying such requirements was done for example at the BMBF Conference of WHOLE- DAY SCHOOLS –  Ganztagsschulen in 2003 and at the CODATA ISGI. Please study the reports and outcomes, visit re-inventing democracy, some events,  and please visit: http://benking.de/open-forum/OF_Background_paper_3.htm   and  http://benking.de/dialog/

full paper / more at: http://open-forum.de/ISGI_open-format.htm



1 I 4 = Ideen, Innovation, Intelligenz, Inspiration gemeinsam im Gespräch kultivieren. (aufbauend auf Innovators Club Konzepten zu Rundgesprächen von Franz-Reinhard Habbel). http://innovatorsclub.org und Open-Forum, Berlin.

2 Dialog, Deliberation, and Decision Culture (DDD-Culture) (Gesprächs- und Entscheidungskultur) weiteres in der Literatur zum Thema Begriffe, Werte, Kontexte in Friedensprojekten. Siehe: Transcultural Dialogue and Peace Making: http://benking.de/open-forum/dialog/Transcultural_Dialog_and_Peace.htm und „Harnessing the Wisdom of the People“, see Transformative Dialogues: http://blogora.wetpaint.com/

3 Siehe dazu auch: Gemeinschaftsnutzungsstrategien für eine nachhaltige lokale Entwicklung, "Neue" Arbeitsformen und gemeinschaftliches Handeln - Rahmenbedingungen und Entwicklungstendenzen im ländlichen Raum Brandenburgs, hier: l. Einführung und http://www.mythen-der-buchkultur.de/Texte/06_Dialog/Excerpt/David_Bohm_Der_Dialog.htm methodische Vorgehensweise: Schritt, zu einem "kognitiven Panorama", und „Wahrnehmung und Stärkung gemeinschaftlicher Lösungsansätze“: http://benking.de/culture/cognitive-panorama-schumacher.html

4 Bohm, David, On Dialogue, Routledge, London und New York, 1996, On Dialogue http://www.mythen-der-buchkultur.de/Texte/06_Dialog/Literatur/Literatur_Dialog_u.a.htm s.a.: http://www.laetusinpraesens.org/links/webdial.php